WIDAB
Kategorie: Pressemitteilung
30. Juni 2020

Freien Kopf fürs Produkt beim Start-up

Mitglieder der Widab-Fraktion informieren sich bei MCE über die Produktion und die Idee, hier ein Gründerzentrum anzusiedeln.
Foto: Frank Gehrmann

Aschersleben – Dass sommerlich gekleidete Männer und Frauen an einem Freitagnachmittag Werkhallen und Büroräume besichtigen und sich von Firmenchef Matthias Schröder das Portfolio erläutern lassen, kommt auch bei MCE Aschersleben selten vor. Doch der Besuch der Widab-Stadträte in der Firma an der Güstener Straße hat einen guten Grund: Sie möchten das Unternehmen bei dem Vorhaben unterstützen, auf dem weitläufigen Gelände ein Gründerzentrum zu errichten.

700 Quadratmeter sanierter Bürofläche stehen dafür bereits zur Verfügung, die ehemalige Lehrwerkstatt kann als Technikum für Versuchsaufbauten dienen. „Wenn jemand ein Ziel hat, ist er hier bestens aufgehoben. Ohne Blick auf die Frankfurter Skyline, aber das kostet natürlich auch ’ne andere Mark“, sagt Schröder und wirbt damit für eine Idee, die Vorteile für beide Seiten bringen soll.

Technikum auf dem Gelände

Das Unternehmen verspricht sich davon die Entwicklung von Produkten, die bei MCE in Aschersleben zur Serienreife geführt bzw. in die großtechnische Produktion überführt werden können. Das fördert letztlich Arbeitsplätze und Auslastung. Dafür stellt MCE seine Kapazitäten und Kompetenzen zur Verfügung. Die reichen vom Schweißen über Werkstoffprüfung und große Lackierhallen und -plätze bis hin zu Betriebsarzt und Kantine.

Der Chef führt die Stadträte in die ehemalige Lehrwerkstatt – eine kleine, saubere Werkhalle mit Schweißarbeitsplätzen und Drehmaschinen. Die Werkstatt sei gut geeignet für Versuche und Entwicklungen im kleinen Stil. Die Büros wurden im ehemaligen Versand hergerichtet. Die Flure atmen noch DDR-Charme, aber die Büros wurden vergrößert, haben neue Elektrik bekommen und sind ordentlich renoviert.

Kontakte nach Clausthal

„Es ist kein Luxus, aber eine solide Sache, weil sich das Bürogebäude in einem funktionierenden Industrieumfeld befindet“, so Schröder. Junge Gründer, da ist er sich sicher, könnten sich diese Büros auf jeden Fall leisten. „Wer bei uns sein Start-up ansiedelt, hat den Kopf frei für die Entwicklung seines Produkts.“ Aber: Gesucht würden Firmen, die ins Produktionsprofil von MCE passen. Vorstellbar seien Entwickler aus den Bereichen Gas und Chemie oder Metallurgie.

Weil für manchen Gründer nicht nur das ungestörte Arbeiten, sondern auch das günstige Wohnen am Ort ein Thema ist, brachte Stadtrat Steffen Amme eine Kooperation mit den städtischen Wohnungsunternehmen ins Spiel. Kontakte habe es bereits gegeben, berichtet Schröder.

Klaus Winter, der neben seiner Arbeit als Widab-Stadtrat Schulleiter des Gymnasiums Stephaneums ist, brachte die TU Clausthal ins Spiel. Schule und Uni pflegten jahrelang eine intensive Zusammenarbeit. Die Abschlüsse dort passen perfekt. Und unter den Absolventen sei vielleicht der eine oder andere, der dem MCE-Angebot, nicht abgeneigt wäre. Schröder kann sich vorstellen, dort für den Standort zu werben und ist dankbar für die Idee.

MCE sei bisher recht gut durch die Corona-Krise gekommen, wenngleich der Auftragseingang in den ersten beiden Quartalen drastisch zurückgegangen seien. Dank zweier langlaufender Projekte und weil die Firma „relativ robust mit einem breiten Portfolio“ aufgestellt sei, sei das Unternehmen bisher ohne Kurzarbeit und ohne Staatshilfen ausgekommen.

Als Vorteil erweise sich die Tatsache, dass MCE sich nicht auf eine Branche bzw. ein Produkt konzentriert, sondern für viele Kunden in vielen Ländern und für viele Industriezweige arbeitet. Geplant werde die Etablierung von zwei eigenen Produkten mit eigenem Label im Bereich Metallurgie sowie Pipeline Equipment.

Schröder rechnet mit einem Nachholbedarf nach Corona und hofft auf ein Umdenken der Kunden „in Richtung Lokalisierung“. Ein Wachstum sieht er am Ende des Jahres nicht, aber einen Abschluss auf Vorjahresniveau. (mz)

Quelle: https://www.mz-web.de/aschersleben/angebot-der-regionalen-wirtschaft–freien-kopf-fuers-produkt-beim-start-up-36929096