WIDAB
Kategorie: Allgemein
1. März 2021

Der lange Weg zum Konzept

Die Aschersleber Innenstadt ist unbestreitbar Herz und Seele der Kernstadt sowie Magnet und Zentrum für die Ortsteile. Sie zeigt sich zum Glück als gewachsene Struktur mit vielen Facetten. In der WIDAB ist uns klar, dass nicht zuletzt auf Grund der aktuellen Situation, eine erhebliche Gefahr für die Attraktivität des Zentrums besteht. Viele Gewerbetreibende leiden unter der Pandemie-Lage und es gilt ein allmähliches Aussterben der Geschäfte zu verhindern bzw. durch neue Ansiedlungen zu ergänzen. Dabei geht es nicht nur um die Inhaber der Geschäfte, auch eine Vielzahl von Arbeitsplätzen hängen vom Leben in der Innenstadt ab.

Im vergangenen Jahr gab es drei Treffen von Vertretern der der Stadtratsfraktionen mit Vorständen der Kaufmannsgilde, dem OB und Mitarbeitern der Verwaltung. Zentrale Frage war die zukünftige Strategie zur Entwicklung der Innenstadt. Es ging um Verkehrsströme, Unterstützung für die Gewerbetreibenden, Citymanagement, Marketing sowie Ordnung und Sicherheit.

Im Ergebnis bereitete die Stadtverwaltung eine Zusammenfassung mit ersten Ideen für einen Grundsatzbeschluss zur Förderung der Innenstadtentwicklung. Dieser wurde zwischenzeitlich durch mehrere Anträge aus Fraktionen ergänzt, da der erste Vorschlag wenig mit einer Strategie zu tun hatte. Zu wage waren die Ziele und es gab kaum Aussagen zu konkreten Maßnahmen, die wir im Augenblick als Perspektive für wichtig erachten.

Am 26.02.2021 fand nun ein digitaler Abstimmungsworkshop statt, in dem sich die Mitglieder des Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses mit dem bisherigen Stand der Dinge beschäftigten. Drei wesentliche Bereiche wurden hier besprochen – Aufenthaltsqualität, Verkehr sowie mögliche Zusammenarbeit bzw. Kooperationen.

Im Feld der Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Belebung ging es um Themen wie Erhöhung der Verweildauer durch ansprechende Freiraumgestaltung, Steuerung des Angebotsmix oder die Schaffung von Erlebnisinseln. Dabei musste natürlich darauf geachtet werden, was die Stadt (sich) leisten kann. Aus der WIDAB kam die Aufforderung, konkrete Plätze für mögliche Erlebnisinseln zu benennen sowie zu ermitteln, welche Kosten mit solchen Inseln (wir verstehen darunter Plätze, die zum Verweilen einladen – Kombination aus Sitz und Spielmöglichkeiten zum Beispiel) verbunden sind. Zudem finden wir es sehr wichtig, einen geeigneten größeren Spielplatz direkt im Zentrum zu errichten, der sowohl für die Anwohner der Innenstadt als auch für Besucher der Geschäfte spannend sein soll. Gerade für Besucher mit Kindern ist der Bummel durch unser Zentrum derzeit nicht immer einfach. Hierfür gilt es einen Platz zu finden, um ggf. mit ersten Planungen zu beginnen.

Beim Verkehr steht die wesentliche Frage der zukünftigen Verkehrswege. Neben der möglichen Sperrung der Breiten Straße bis hin zur Ausbildung einer Sackgasse mit Wendehammer in der Wilhelmstrasse reichten die Ideen. Im Wesentlichen wurde aber klar, dass in diesem Bereich Entscheidungen erst fallen können, wenn die Ortsumgehung fertiggestellt ist.

Für den ruhenden Verkehr gab es einigen Gesprächsbedarf hinsichtlich der Parkplätze und Gebühren. Der Wegfall der Brötchentaste wurde ebenso besprochen, wie die Veränderung der Gebührenstruktur. Dabei soll vor allem der Parkplatz an der Darre in den Planungen berücksichtigt werden. Als zentrumsnaher Parkplatz muss er zum einen besser ausgeschildert werden und zum anderen ist die Tagesparkkarte für diesen Platz auf den Prüfstand zu stellen, so zumindest das Meinungsbild der WIDAB.

Beim Radverkehr sind sich alle einig, dass hier unbedingt Impulse einfließen müssen, da Radtourismus und Radmobilität an Bedeutung gewinnen werden.

Von der WIDAB wurde angeregt die Erreichbarkeit der Schulen, Bildungseinrichtungen und Sporthallen mit dem Fahrrad zum Ziel zu machen. Das würde auch viele Wege mit dem Rad in die Stadt erleichtern und vielleicht würden Kinder mehr mit dem Rad zur Schule fahren. Sozusagen ein doppelter Gewinn. Die WIDAB ist sich sicher, dass die Anbindung an radtouristische Routen eine wichtige Zukunftsaufgabe ist. Es muss nicht gleich die Fahrradautobahn zum R1 sein. Aber ein Radwegenetz, welches die wichtigsten Verbindungen zwischen den Ortsteilen sowie von der Peripherie ins Zentrum im Fokus hat muss eine Kernaufgaben der Verwaltung werden. Zu lange haben Radfahrer keine wichtige Rolle gespielt.

Etwas komplexer werden die Ideen im Feld Zusammenarbeit/ Kooperation. Von Leerstandsmanagement bis hin zur Koordination von Veranstaltungen und Wirtschaft reichen hier die Ideen, an denen immer mehrere Partner beteiligt sind. Ein großer Wunsch aller bisher Beteiligten war die Schaffung von verlässlichen Kernöffnungszeiten. Eine Idee, die wir ausdrücklich unterstützen. Verlässliche Kernöffnungszeiten geben auch Basis für gemeinsame Auswirkung und Außenwerbung. Zentrale Werbemaßnahmen unter der Beachtung einer Kernmarke stehen auf der Agenda. Aus Sicht der WIDAB würden wir es sehr begrüßen, wenn alle städtischen Marketingmaßnahmen in einem Büro gebündelt und koordiniert werden würden. Derzeit gibt es in der Stadt und den zugehörigen Institutionen zu viele Einzelkämpfer. Wir denken, ein zentrales Büro mit engagierten, frischen Kräften hätte mehr Möglichkeiten, Reichweite und Wirkung. Wir glauben, dass die Arbeit von mehreren technisch affinen und kreativen Köpfen durchaus neue Perspektiven schaffen können.

Es bleibt abzuwarten, wie der endgültige Vorschlag der Verwaltung im nächsten Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschuss aussieht. Wir wünschen uns ein lebenswertes Aschersleben, in dem sich tolles Wohnen und eindrucksvolles Gasterlebnis nicht widersprechen.